Dem Hund die Leinenführigkeit beibringen

Leinenführigkeit bei Hunden kann von Fall zu Fall ein echt schwieriges Thema sein. Insbesondere wenn man den Hund nicht von klein auf bei sich hatte, so wie es auch bei unserer Sunny der Fall ist. Sunny war ca. 6 Jahre alt als sie zu uns kam und bereits bei den Spaziergängen mit ihrem damaligen Tierheimpfleger bemerkten wir: Sunny zieht unglaublich kräftig an der Leine. Einerseits hatte man Sunny es wahrscheinlich nie wirklich beigebracht, ohne Zerren an der Leine zu gehen. Andererseits ist sie sehr neugierig und will am liebsten alles auf einmal erkunden und erschnüffeln. Die Tatsache, dass Sunny ein echtes Muskelpaket ist, macht das Ganze nicht einfacher. Nach den allerersten Spaziergängen hatten wir sogar richtig Muskelkater in Armen und Rücken.

Klar war, dass Sunny relativ schnell lernen musste, nicht nur wild ihrer Neugier nachzugehen, sondern dass

  • sie auf unser Schritttempo achten muss
  • dass „sich in die Leine legen“ sie nicht zum Ziel (=Erfolg) führen wird.

Leinenführigkeit bei Hunden

Klar war und ist uns natürlich auch gewesen, dass ein Ziehen oder Rucken an der Leine in die jeweils entgegengesetzte Richtung nichts bringen wird. Eines möchte ich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich erwähnen – alle Methoden, die auf Bestrafung oder gar Verletzung/Schmerz (Thema Stachelhalsband) hinauslaufen, finde ich ebenso unangebracht und letztlich nur schädlich für den Hund.
Und so haben wir dazu in den letzten Monaten ein paar verschiedene Methoden mit Sunny ausprobiert. Alle Varianten mit Leckerchen (=Belohnung) scheiterten leider, da Sunny sich nicht wirklich für Leckerchen begeistern lässt – und erst recht nicht, wenn es viel spannendere Dinge zu erkunden gibt. Inzwischen sind wir bei einer Methode gelandet, die bei Sunny allmählich Wirkung zeigt und in den unten aufgeführten beiden Videos gut erklärt wird.
Wir üben das Gehen an der Leine mit Sunny nun schon ein Weilchen in unterschiedlichen Situationen. Sie hat durchaus begriffen, was wir von ihr wollen und sie gibt uns auch „Rückmeldung“, dass es sie stört, wenn es nicht weitergeht. Noch gibt es jedoch einige Situationen, in denen sie das absolut nicht interessiert und sie es wieder damit versucht, sich einfach „in die Leine zu legen“.
Oberstes Gebot ist natürlich wieder einmal Konsequenz. Ziehen wir diese Erziehungsmethode auch nur ein Mal nicht konsequent durch, „büßen“ wir das sofort. Bis Sunny das Gehen an der Leine wirklich verinnerlicht hat, wird es noch ein wenig dauern, wir sind aber guter Dinge.
Wie sieht es bei Euch und Euren Hunden aus? Gehen Eure Fellnasen gut an der Leine oder habt ihr damit teilweise Probleme? Und vor allem: wie löst ihr diese Probleme?


Bildquelle: leashed von BadSwan bei Flickr

Posted by Jasmina

Hallo, mein Name ist Jasmina und ich bin die Autorin bei diehundewiese.de. Zu mir gehören 2 Fellnasen, die hier ebenfalls einer wichtigen Aufgabe nachgehen: sie sind meine Ideengeber! :-) Beruflich bin ich im Online Marketing selbständig und blogge zu diesen Themen auch unter Onlinelupe.de.

  1. Habe mit unserer Labradorhündin Gina ähnliches durchgemacht. Sie kam mit 1.5 Jahren aus dem Tierheim zu uns und legte sich mit all ihren 30kg in die Leine zur Fortbewegung.
    Konsequentes Stehenbleiben und Ignorieren (also im Unterschied zum Video ohne Befehle zu geben), oft auch Richtungswechsel und Ausdauer führten dann zum Erfolg. Mittlerweile geht sie mit jedem perfekt an der Leine, immer vorausgesetzt der Mensch am anderen Ende der Leine zieht nicht aus Angst.
    In unserer Hundeschule geht es primär um die ‚Sozialkompetenz‘ der Hunde, d.h. wir üben auch Begegnungen mit anderen Hunden, so dass dann in der Realität ein Hund auf der anderen Strassenseite meist kein Problem mehr ist.

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