Hundefutter – was Mensch gut findet vs. was Hund gut tut

Als HundefreundIn kennst Du das sicher: du bist mit deinem Hund auf der Hundewiese oder auf eurer Gassiroute unterwegs, triffst ein paar andere Hundehalter, man unterhält sich und landet bei der Frage: „Und was fütterst Du so?“. Manchmal habe ich das Gefühl, mich ich diesem Moment auf einer echten Gratwanderung zu befinden, denn nicht selten endet eine solche Frage in einem längeren Austausch von Überzeugungen.

Nicht zu vergessen, diejenigen, die Ihre Art der Fütterung dann auch gern als „die einzig wahre“ Fütterungsart verkaufen und dich von all dem hier und jetzt überzeugen wollen. Dennoch bleibt für jeden natürlich immer die Frage offen: Welches Futter stelle ich meinem Hund zur Verfügung? Und ist dieses Futter wirklich ausgewogen? Bekommt mein Hund alles, was er brauchst? Generell kann man die Hundefutter in folgende „Sparten“ einteilen:

  • Rohfütterung / BARF
  • Selbst kochen
  • Nassfutter aus der Dose
  • Trockenfutter
  • spezielles Trocken- und Nassfutter (Bio, Ausschlußdiät, etc.)
  • vegetearische Hundeernährung

Von Inhaltsstoffen und der Sache mit dem Preis

Ich stelle einfach mal in den Raum, dass sich viele Hundefreunde vermutlich intensiver mit dem Futter ihrer Hunde auseinander setzen, als mit der eigenen Ernährung. Das ist keineswegs falsch und schlecht, aber bei der Masse an Studien, Empfehlungen und Werbebotschaften macht es die Fütterung des Hundes zu einem echt „komplizierten Ding“.

Deswegen behaupte ich: Das richtige Futter zu finden, steht immer Abhängigkeit zur individuellen physischen Konstitution des Hundes und der Erfahrung Hundehalters. Was wiederum bedeutet: es gibt vermutlich nicht DAS richtige und perfekte Hundefutter.

Tatsache ist jedoch – und das finde ich relativ selbsterklärend – der Hund sollte natürlich mit den Futterbestandteilen, die er benötigt gut versorgt werden. Dazu gehören bestimmte Eiweiße, Fette, Vitamine, Mineralien und einiges mehr.

Was meine Hunde für meine Begriffe jedoch nicht brauchen (und ich auch ungern in meiner eigenen Nahrung habe) sind Farb- und Lockstoffe, Schlachtabfälle (wie bspw. Federn), Geschmacksverstärker, Zucker und ein unangebracht hoher Getreideanteil.

Die Sache ist und bleibt eben die: wollen wir günstiges Hundefutter kaufen, muss der jeweilige Produzent es so günstig herstellen können, dass etwas für ihn und seine Mitarbeiter hängen bleibt und der Preis für den Kunden am Ende dennoch „günstig“ ist. Wenn derart günstig produziert werden muss, kann man sich relativ einfach ausrechnen, dass dann nicht unbedingt hochqualitative Inhaltsstoffe im Hundefutter landen.

Die andere Variante ist: günstig ein Hundefutter herstellen, einen Preis im mittleren Segment verlangen und einen Großteil in das Marketingbudget stecken, um möglichst viele Hundehalter auf das Futter aufmerksam zu machen. Auch dann erhält man aber am Ende vermutlich kein hochqualitatives Futter, sondern eben ein „bekanntes Hundefutter“ im Napf.

Neben jenen „Futtermittelhersteller-Strategien“ gibt es aber auch jene Produzenten, die sich auf den Markt des hochwertigen Hundefutters spezialisiert haben. Die Kilopreise liegen hier meist deutlich höher, aber ein Vergleich der Inhaltsstoffe und die Aufschlüsselung der Zusammensetzung verrät in der Regel recht schnell, dass es hier gravierende Unterschiede gibt.

Die Angebote sind dahingehend sehr speziell geworden, haben durchaus ihre Berechtigung und auch ihre Abnehmer. Da gibt es beispielsweise getreidefreies Hundefutter, Bio Hundefutter, vegetarisches Hundefutter, Hundefutter zum Abnehmen, Hundefutter zum Zunehmen oder in der Rekonvaleszenz, Hundefutter für säugende Hündinnen und, und, und.

Die wichtigste Frage: wie geht es meinem Hund?

Nun kann man seine menschliche Intuition samt Verstand walten lassen und sich aus bestimmten Gründen für eine bestimmte Fütterung entscheiden. Am Ende bleibt jedoch die wichtigste aller Fragen: wie geht es meinem Hund mit dem Futter? Egal, ob Trockenfutter, Nassfutter, BARF oder selbst gekocht.

Beantworten kann man diese Frage aus meiner Sicht nur, indem man seinen Hund gut beobachtet und regelmäßig vom Tierarzt des Vertrauens untersuchen lässt.

Da gibt es beispielsweise ganz einfache Anzeichen, die für oder gegen eine Fütterungsweise sprechen könnten:

  • Übergewicht
  • Untergewicht
  • trockene Haut und trockenes Fell (oft eine Mangelerscheinung)
  • mattes, glanzloses Fell
  • spröde Krallen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • und einiges mehr

Bemerkt man unter anderem diese Veränderungen am eigenen Hund, ist der erste Schritt der Gang zum Tierarzt. Gemeinsam mit diesem sollte die mögliche Ursache besprochen und untersucht werden. Es ist möglich, dass die Symptome aufgrund eines Mangels auftreten oder auch aufgrund einer Allergie. Eine Auschlussdiät wäre hier ein möglicher Ansatz bzw. der Wechsel auf ein anderes Futtermittel. Mangelerscheinungen müssen meist gesondert behandelt werden – beispielsweise mit der Zugabe von höher dosierten Fettsäuren oder ähnlichem.

Muss es denn immer nur ein Futter sein?

Eine weitere interessante Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist: muss es denn immer nur ein Futtermittel sein? Ist es nicht auch möglich, dem Hund am Montag und Dienstag Trockenfutter zu geben, am Mittwoch Nassfutter und am Donnerstag und Freitag etwas selbst gekochtes?

Wir hatten einen tollen Tierarzt, der uns mal einen simplen Satz mit auf den Weg gab: Das beste Hundefutter ist so abwechslungsreich wie möglich. Seither bemühen wir uns zumindest, den Speiseplan unserer Vierbeiner abwechslungsreich zu gestalten, sodass unsere Hunde gut versorgt sind und nicht jeden Tag das Gleiche vorgesetzt bekommen. Hauptsächlich setzen wir zwar auf BARF und selbst gekochtes, aber unsere Hunde finden auch (hochwertiges) Dosenfutter total prima und sagen auch zu einem guten Trockenfutter nicht nein. Das kann man als Mensch doof finden, weil keine konsequent durchgezogenes Futterkonzept ist und das sicher auch diesen und jenen Erkenntnissen aus Studie XY widerspricht. Für uns haben wir jedoch die Erfahrung gemacht, dass unsere Hunde die Abwechslung sehr mögen und unsere Hunde gesund und fit sind – vom Fell bis zu den Zehen.

Wie seht ihr das mit dem Hundefutter? Habt ihr ein spezielles Futter bzw. Futterkonzept oder setzt ihr auch auf Abwechslung? 

 

Bildquelle: Pixabay.com

Posted by Jasmina

Hallo, mein Name ist Jasmina und ich bin die Autorin bei diehundewiese.de. Zu mir gehören 2 Fellnasen, die hier ebenfalls einer wichtigen Aufgabe nachgehen: sie sind meine Ideengeber! :-) Beruflich bin ich im Online Marketing selbständig und blogge zu diesen Themen auch unter Onlinelupe.de.

  1. […] die Frage schon von einigen Seiten beleuchtet. So ging es beispielsweise um die Vereinbarung von menschlichen Vorlieben und Bedürfnissen des Hundes oder auch die Frage, ob es sinnvoll ist, das bevorzugte Hundefutter im Internet zu kaufen. Hin wie […]

    Antworten

  2. […] Es liegt nahe, den Hund an seinem Geburtstag mit einem besonders leckeren Futter zu verwöhnen. Aber denkt daran, dass nicht jedes Futter, das der Mensch gut findet, dem Hund auch gut tut. […]

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren