Scheinträchtigkeit bei der Hündin – unsere verrückten 7 Tage

Scheinträchtigkeit bei der Hündin. Ja, das habe ich mal gehört, dass es das gibt. Wohl auch gar nicht so selten. Von Hündinnen, die sich Kuscheltiere zusammensammeln und sie behüten, habe ich gehört. Davon, dass sich die Hündin in dieser Zeit völlig „auf links gedreht“ verhält. Dass das Zusammenleben anstrengend und problematisch wurde. Verständlich, ja…aber so richtig einfühlen konnte ich mich in diese Erfahrung eigentlich nie.

Und dann…dann wurde meine Hündin in der letzten Woche plötzlich scheinschwanger und mit einem Mal wurde mir klar, was es eigentlich für Hündin und Mensch bedeutet – so eine Scheinschwangerschaft.

Tag 1 bis 2 – irgendwie komisch

Ich weiß gar nicht mehr, wie es ganz konkret begann. Sunny begann sich einfach komisch zu verhalten. Statt wie sonst entspannt in ihrer Chillout-Area zu liegen, lief Sunny mir plötzlich nur noch hinterher. Ein Quietschen hier, ein wolfsartiges Jaulen da.

Sie hatte schon mal einen Anflug von „ich jaule jetzt hier mal rum“, aber so? Nein, das war noch nie der Fall. Sie lag in meinem Büro. Ich stand auf. Sie folgte mir, legte sich in ihr Hundebett. Ich ging aus dem Wohnzimmer. Sie wimmerte und jaulte.

„Seltsam“ dachte ich mir, aber man weiß ja oft nicht, was in einem älteren Hund manchmal so vorgeht. Ich tastete sie ab, um zu prüfen, ob sie irgendwo Schmerzen hat. Fehlanzeige.

Sunny begann damit, riesige Löcher im Garten zu graben – hinter der Hecke, hinter dem Holzscheitständer oder neben sonstiger Bepflanzung. Eher untypisch. Vielleicht die Sommerhitze?

Danach die erste und zweite Nacht. Unser abendliches Gute-Nacht-Ritual. Sie schlief. 3.38 Uhr das erste große Jaul-Konzert, dass es einem wahrlich durch die Glieder fuhr. Ich ging zu ihr, ließ sie in den Garten, weil sie den Anschein machte, dass sie da jetzt ganz dringend raus müsste. Sie schaute sich um und kam wieder rein.

Ihren Schlafplatz zu verlassen, ohne dass sie wieder jaulen würde, funktionierte nicht. Also verbrachte ich diese und die folgenden Nächte in etwa ab 3 oder 4 Uhr neben ihr auf dem Sofa.

Sunny geht es schlecht

Besonders in den ersten Tagen ging es meiner Hündin sichtlich schlecht 🙁

Am Sonntag (Tag 2) bemerkte ich, dass ihr Gesäuge stark angeschwollen war. Die erste Vermutung, dass Sunny scheinschwanger sein könnte, kam in mir auf.

Also bemühte ich Google und versuchte Infos zu finden, was man so tun kann – Zitzen kühlen. Mit dem Plan, am Montag direkt zu unserer Tierärztin zu gehen, kühlte ich fleißig und im 30-Minuten-Takt die Zitzen/Gesäuge. Insgesamt war es mit 30 Grad eh sehr heiß und Sunny wurde zumindest für diese paar Minuten ruhiger.

Ansonsten lief sie weiter sehr unruhig durch das ganze Haus von oben nach unten, all ihre Ecken im Garten und begann dann wieder von vorn. Stundenlang. Sie hechelte permanent recht stark und wollte sich partout nicht beruhigen lassen.

Gingen wir Gassi, kam sie zwar freudig mit, wollte aber direkt nach dem Geschäft unbedingt wieder nach Hause und zog bis zur Gartentür unwahrscheinlich an der Leine.

Es war anstrengend. Für Sie und für uns. Weil man einfach nicht viel tun kann und das was man tut irgendwie nicht viel hilft.

Tag 3 – ab zum Tierarzt

Da die ganze Sache nicht besser wurde, ging es am Montag direkt zu unserer Tierärztin. Es hat keine Minute gebraucht und es war klar, Sunny ist tatsächlich scheinschwanger. Mit etwas Druck auf die Zitzen kam sogar Milch aus heraus.

Wir bekamen Galastop mit und den guten Rat trotz allem mit Sunny viel und oft raus zu gehen – als Ablenkung sozusagen.

Galastop ist ein recht öliges und flüssiges Medikament, dass die Milchbildung (nennt man auch Laktation) bei der Hündin unterdrücken soll. Das enthaltene Cabergolin hemmt die Freisetzung des Hormons Prolaktion und soll so zur Rückbildung der Milchdrüse und der Milchausscheidung führen. Und laut unserer Tierärztin „wäre der Spuk dann auch in ein paar Tagen vorbei“.

Galastop Scheinträchtigkeit Hündin

Galastop hat Sunny dann endlich geholfen, die Scheinträchtigkeit zu überwinden

Tag 4 bis 5 – Chaos-Rythmus und Appetitlosigkeit

Seit Sunny Galastop bekommt sind die Nächte nicht unbedingt länger. Immernoch ist sie viele Stunden am Tag sehr unruhig. Sie wimmert und jault auch noch und an Tag 4 war ihr mal danach, ihr Hundebett zu Schnee zu verarbeiten. Es sei ihr unter diesen Umständen aber auch verziehen.

Galastop bekommt sie immer direkt am Morgen. Von mittags bis zum frühen Abend schläft sie einen tiefen Schlaf. Aber ab dem Abend geht es dann meist weiter mit der Unruhe. Hinzu kommt nun noch ein ziemlich schwacher Appetit. Das soll wohl aber auch eine der Nebenwirkungen von Galastop sein.

Kuscheln mit Pan hat dann doch etwas geholfen :-)

Kuscheln mit Pan hat dann doch etwas geholfen 🙂

Tag 6, 7 und danach..

Ab Tag 6 wurde es laaaaaangsam besser. Sunny wurde ruhiger, schlief und döste öfter und wollte nach dem Haufenmachen beim Gassi auch nicht mehr sofort den Heimweg antreten.

Es dauerte nun locker noch 10 Tage bis all ihre seltsamen Verhaltensweisen nachließen und sie wieder so wurde, wie ich sie kenne: verpennt, verfressen, aber auch ganz gern agil. 🙂

Wir sind sehr froh, dass der Spuk nun vorbei ist. Dass es Sunny besser geht und unser Alltag und die Nächte wieder normal verlaufen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr mit euren Hündinnen auch schon mal einen Scheinträchtigkeit durchgemacht? Wie verlief das Ganze bei euch und was habt ihr gemacht, um die Situation für eure Hündin zu verbessern? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Posted by Jasmina

Hallo, mein Name ist Jasmina und ich bin die Autorin bei diehundewiese.de. Zu mir gehören 2 Fellnasen, die hier ebenfalls einer wichtigen Aufgabe nachgehen: sie sind meine Ideengeber! :-) Beruflich bin ich im Online Marketing selbständig und blogge zu diesen Themen auch unter Onlinelupe.de.

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